Ordnung ist mehr als eine Frage des Aufräumens. Sie ist ein Ausdruck innerer Balance und eine Grundvoraussetzung für harmonische Energie in Deinen Lebensräumen. Im Feng-Shui gilt: Damit Energie gut fließen kann, braucht ein Raum Klarheit und Harmonie. Deshalb ist einer meiner liebsten und ersten Empfehlungen immer: Erstmal gründlich ausmisten und Ordnung schaffen! Immer wenn Altes, Ungenutztes oder Kaputtes geht, ist Platz für frische, neue Energie.

Ordnung im Außen hilft Dir, Dein inneres Chaos zu sortieren

Viele Menschen spüren, dass Chaos im Außen oft Chaos im Inneren widerspiegelt. Oder umgekehrt: Wenn wir anfangen, im Außen Chaos zu beseitigen und Ordnung zu schaffen, hat das automatisch einen reinigenden Effekt auf Deinen inneren, emotionalen Zustand. Doch wie schafft man es, Ballast loszulassen und Räume so zu gestalten, dass sie leicht, lebendig und inspirierend wirken?
Darüber habe ich mit Dorith Schumacher, Ordnungscoachin und Expertin für bewusstes Wohnen, gesprochen. Sie begleitet Menschen auf dem Weg zu mehr Leichtigkeit, Klarheit und Energie – im Zuhause und im Leben.

Feng Shui und Ordnung – ein Gespräch über Energie, Klarheit und Loslassen

Pamela: Wie bist Du dazu gekommen, Menschen beim Thema Ordnung zu begleiten – und was fasziniert Dich daran am meisten?
Dorith: Während Corona habe ich bei mir selbst angefangen, meinen Ballast zu reduzieren, Dinge auszusortieren und neu zu strukturieren. Dieses Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit war so wohltuend, dass ich gar nicht mehr aufgehört habe. Mein Umfeld hat die Veränderung schnell bemerkt, und nach und nach kamen Familie, Freund:innen und Bekannte auf mich zu und fragten, ob ich sie dabei unterstützen könne.
Als ich merkte, wie viel Freude es mir macht, auch anderen zu diesem befreienden Gefühl und einem leichteren Alltag zu verhelfen, wusste ich: Das möchte ich beruflich machen. Seit 2022 begleite ich viele wunderbare Menschen auf ihrem Weg zur Wohlfühlordnung – dafür bin ich unglaublich dankbar.

Am meisten fasziniert mich das vorher-nachher Erlebnis: nicht nur in den Räumen, sondern in den Menschen selbst. Wenn aus Frust und Resignation wieder Freude, Motivation und Stolz entstehen, dann ist das für mich die schönste Bestätigung.

Pamela:Was bedeutet für Dich „Ordnung schaffen“ – geht es dabei nur um aufgeräumte Räume oder auch um innere Prozesse?
Dorith: Für mich gehört beides untrennbar zusammen. Ordnung bedeutet, den Fokus wieder auf das zu richten, was uns wirklich wichtig ist und Freude macht. Wenn wir uns bewusst von Dingen trennen, die keinen Mehrwert mehr für uns haben, entsteht Klarheit – im Außen und im Innen. Durch eine sinnvolle Strukturierung gewinnen wir die Kontrolle und die Übersicht über unsere Dinge zurück. Diese Klarheit erleichtert nicht nur den Alltag, sie hat einen großen Einfluss auf unsere innere Ordnung und unsere Motivation, Wunschprojekte bewusst anzugehen.

Pamela: In der Feng-Shui-Lehre geht es stark um Energiefluss. Wie erlebst Du diesen Zusammenhang in Deiner Arbeit mit Ordnung?
Dorith: Ich spüre diesen Zusammenhang jeden Tag und kann dem nur voll zustimmen. In vollgestellten Räumen kann Energie nicht fließen – sie wirken schwer, eng und oft auch bedrückend. Wenn Ballast auszieht, Böden und Oberflächen wieder frei werden und Schränke Struktur bekommen, verändert sich sofort die Atmosphäre.

Es sieht nicht nur schöner aus, es fühlt sich auch leichter an und schafft Raum für neue Möglichkeiten. Oft entstehen während des Aufräumens neue Ideen, wie ein Raum zukünftig genutzt werden kann – aus einem Abstellzimmer wird plötzlich ein Gästezimmer oder ein kreativer Hobbyraum.

Pamela: Gibt es Bereiche im Zuhause, in denen Unordnung besonders stark auf die Energie wirkt – also die Stimmung oder Motivation spürbar beeinflusst?
Dorith: Besonders spürbar wirkt Unordnung in den Wohnbereichen – also dort, wo wir uns täglich aufhalten: im Flur, in der Küche, im Bad oder im Schlafzimmer. Diese Räume begegnen uns ständig und erinnern uns immer wieder daran, dass „noch etwas zu tun“ ist. Auch wenn wir das Chaos irgendwann nicht mehr bewusst wahrnehmen, bleibt es wie ein leises Hintergrundrauschen, das stresst und uns die Ruhe nimmt.
Gerade das Schlafzimmer liegt mir sehr am Herzen, denn hier schaffen wir Ordnung nur für uns selbst. Wenn wir in einem Raum einschlafen und aufwachen, in dem wir uns rundum wohlfühlen, hat das einen großen Einfluss auf unsere Energie – und auf den gesamten Tag.

Pamela: Wie kann man durch bewusstes Aufräumen oder Ausmisten den Energiefluss im Haus verbessern?
Dorith: Es muss nicht gleich die große Aufräumaktion sein, schon kleine, regelmäßige Veränderungen können einen großen Unterschied machen. Ich empfehle gerne die Timer-Methode: Stelle jeden Tag den Timer auf 10-15 Minuten und gehe einen kleinen Bereich an. So überforderst du dich nicht und schaffst trotzdem sichtbare Erfolge, z. B. eine Fensterbank, ein Bücherregal oder eine Schublade. Diese kleinen Erfolge motivieren zum Weitermachen, ohne einen großen Aufgabenberg zu hinterlassen. Durch die Regelmäßigkeit entsteht eine Routine, die leicht in den Alltag übergeht. Deshalb sind auch Aufräum-Challenges – wie meine 21-Tage-Challenge – ein wunderbarer Einstieg, um ins Tun zu kommen und dranzubleiben.

Pamela: Viele Menschen tun sich schwer, Dinge loszulassen. Was beobachtest Du da – und wie gelingt es, leichter loszulassen?
Dorith: Die Gründe, warum wir an Dingen festhalten, sind sehr unterschiedlich. Wenn wir uns bei den Dingen die Frage stellen „Wofür könnte ich das noch gebrauchen?“, werden wir sehr kreativ und finden viele Gründe. Besser sind da Fragen wie „Würde ich den Gegenstand vermissen?“ oder „Würde ich mir das heute nochmal kaufen?“.
Es hilft auch, sich bewusst zu machen: Das Geld ist längst ausgegeben – die Dinge machen uns nicht reicher. Im Gegenteil, sie kosten uns oft zusätzlich Geld, weil wir Boxen, Körbe oder Möbel kaufen, um sie zu verstauen.

Regelmäßiges Aussortieren und klare Strukturen helfen nicht nur, Ballast loszuwerden, sondern auch Geld zu sparen: Wir werden uns unserer Fehlkäufe bewusst, kaufen gezielter ein und vermeiden Doppelkäufe.
Und: Je mehr wir aussortieren, desto leichter fällt es uns, Ordnung zu halten. Reduzieren ist immer der erste und wichtigste Schritt.

Pamela:Welche Rolle spielt Emotionalität beim Thema Ordnung? Kann Aufräumen auch eine Form von Selbstfürsorge sein?
Dorith: Emotionalität spielt beim Thema Ordnung eine viel größere Rolle, als man auf den ersten Blick denkt. Dinge sind selten nur Dinge – sie sind oft mit Erinnerungen, Hoffnungen oder sogar unerledigten Themen verknüpft. Genau deshalb fällt es vielen schwer, loszulassen.
Wenn wir aufräumen, sortieren wir nicht nur Gegenstände, sondern auch Gefühle. Wir entscheiden bewusst: Was tut mir gut? Was belastet mich? Was darf gehen?  Dieser Prozess schafft erstaunlich viel innere Klarheit und kann unglaublich heilsam sein.
Für mich ist Aufräumen deshalb definitiv eine Form von Selbstfürsorge. Wenn wir unseren Alltag erleichtern und verschönern, ist das ein Geschenk an uns selbst. Es geht dabei nicht um Perfektion, sondern darum, uns Zuhause wohlzufühlen und zur Ruhe zu kommen.

Pamela: Wenn jemand das Gefühl hat, das Zuhause „drückt“ energetisch – wo sollte man aus Deiner Sicht beginnen?
Dorith: Ich würde immer dort anfangen, wo der Leidensdruck am größten ist. Also in dem Raum, der sich am schwersten oder belastendsten anfühlt – denn dort spürt man die Erleichterung am deutlichsten. Auch wenn es überall chaotisch ist: Konzentriere dich zuerst auf einen einzigen Bereich.
Es hilft außerdem, mit einem Thema zu starten, das emotional eher „leicht“ ist. Viele tun sich zum Beispiel mit Erinnerungsstücken, Fotos oder Unterlagen sehr schwer. Da ist es sinnvoller, mit etwas Unkompliziertem zu beginnen – etwa einer Schublade im Bad, dem Sockenfach im Kleiderschrank oder der Fachliteratur im Bücherschrank.
Wenn wir kleine Bereiche erfolgreich meistern, registriert unser Gehirn sofort: „Das war ja eigentlich ganz einfach!“ – und genau damit lösen wir innere Blockaden. So entsteht Schritt für Schritt Leichtigkeit, die uns motiviert.

Pamela: Welche drei Schritte empfiehlst Du, um dauerhaft mehr Ordnung und Leichtigkeit in den Wohnräumen zu halten?
Dorith:
Schritt 1: Kontinuität durch tägliches Aussortieren.
Mein absoluter Gamechanger war eine gut erreichbare Spendenkiste. Wenn mir etwas in die Hände fällt, das ich nicht mehr nutze oder mag, wandert es sofort hinein – ohne großen Aufwand. Erst wenn die Kiste voll ist, bringe ich sie gesammelt zu einer sozialen Einrichtung. Diese kleine Routine verhindert, dass Dinge wieder im Schrank landen und ich mich später nochmal damit auseinandersetzen muss.
Schritt 2: Gleiches zu Gleichem.
Klare Strukturen sind das Geheimnis eines aufgeräumten Zuhauses. Das bedeutet: Jedes Thema bekommt sein eigenes Zuhause. Im Keller zum Beispiel ein Bereich für Deko (aufgeteilt nach Weihnachten, Ostern, Geburtstag etc.) und einen Bereich für Outdoor-Themen wie Schlafsäcke, Campingzubehör oder Spiele. Eine sinnvolle Sortierung und eine gut lesbare Beschriftung helfen dabei, Dinge schnell zu finden und auch wieder wegzuräumen.
Schritt 3: Don’t put it down, put it away.
Dieser Merksatz bedeutet: Lege Dinge nicht einfach irgendwo ab, sondern bringe sie direkt an ihren Platz zurück – so entsteht Unordnung gar nicht erst. Lege den Schlüssel in die Schale im Eingangsbereich, statt irgendwo auf einen Tisch, hänge die Jacke an ihren Haken oder in den Schrank, statt über das Treppengeländer oder das Sofa, werfe die Schmutzwäsche in den Wäschekorb statt irgendwo auf den Boden. Es sind die kleinen, alltäglichen Handgriffe, die einen größten Unterschied machen. Ich wende dabei auch gerne die 2-Minuten-Regel an: Alles, was in zwei Minuten oder weniger erledigt ist, mache ich sofort. So stapeln sich keine Aufgaben zu einem riesigen Berg – das entlastet enorm und reduziert auch den Mental Load.

Pamela: Aus Feng-Shui-Sicht ist jedes Zuhause ein Spiegel des eigenen Lebens. Wie erlebst Du das in Deiner Arbeit?
Dorith: Ich sehe das genauso. Ein Zuhause zeigt oft sehr deutlich, an welchen Themen wir innerlich noch festhalten oder wo vielleicht etwas aus der Vergangenheit nicht richtig abgeschlossen wurde. Dinge, die wir nicht mehr brauchen und trotzdem aufbewahren, spiegeln häufig alte Muster oder alte Versionen von uns selbst.
Wenn wir anfangen, bewusst auszumisten, lösen wir nicht nur äußerlichen Ballast, sondern auch innere Knoten und richten den Fokus neu aus, wie wir unser Zuhause und unser Leben gestalten wollen.

Pamela: Welche Veränderung siehst Du bei Menschen, wenn sie anfangen, ihr Zuhause wirklich in Einklang zu bringen – innen wie außen?
Dorith: Die Veränderung ist unglaublich berührend. Aus Frustration, Resignation und Erschöpfung wird wieder Stolz, Freude und Motivation. Meine Kund:innen fangen an, ihre Räume anders wahrzunehmen – nicht mehr als Last, sondern als Unterstützung für ihren Alltag.
Wenn Räume ihre Funktion zurückbekommen, entsteht eine spürbare Leichtigkeit. Viele gewinnen dadurch neue Energie, treffen klarere Entscheidungen und fühlen sich wieder mit ihrem Zuhause verbunden.

Pamela: Wenn Du „Feng Shui und Ordnung“ in einem Satz beschreiben müsstest – was wäre Deine Essenz?
Dorith: Die Kombination aus Feng Shui und Ordnung sorgt dafür, dass sowohl Energie als auch Struktur stimmen – und genau daraus entsteht ein Zuhause, das uns Ruhe schenkt, motiviert und unterstützt.

Fazit: Raum für Energie, Leichtigkeit und Neubeginn

Ordnung ist kein Selbstzweck. Sie ist eine Einladung an das Leben, wieder zu fließen. Wenn wir Dinge loslassen, schaffen wir Platz – für Klarheit, Kreativität und neue Erfahrungen.
Feng Shui und Ordnung ergänzen sich ideal: Das eine sorgt für den Energiefluss, das andere für die Struktur, in der Energie sich frei entfalten kann. So entsteht ein Zuhause, das uns nährt statt stresst – und das uns jeden Tag daran erinnert, wer wir wirklich sind.
Du möchtest erfahren, wie Dein Zuhause energetisch wirkt und wo Deine Räume Dich vielleicht noch zurückhalten?

Auf Doriths Webseite erfährst Du mehr zum Thema Ordnung. Wenn Du aus dem Raum Frankfurt, Oberursel, Taunus kommst, dann ist vielleicht auch ein Kaminabend etwas für Dich. Die Kaminabende stehen unter dem Motto “ Feng Shui und Ordnung“ und werden von Dorith und mir gemeinsam gestaltet. Hier findest Du mehr Infos.

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